Rasenkur im Frühjahr oder Herbst durch Vertikutierer

Wenn sich in Ihrem Rasen eine Filzschicht aus Moosen, abgestorbenen Gräsern und diversen Kräutern bildet, wird es Zeit den Vertikutierer einzusetzen. 

Denn diese Schicht bewirkt, dass Licht und Luft nicht bis zum Boden vordringen können. Darunter leidet Ihr Rasen. Also muss diese Filzschicht entfernt und die Bodenoberfläche leicht aufgerissen werden.

Hier kommt der Vertikutierer zum Einsatz, der dem Filz zu Leibe rückt und den Rasen durch das Mehr an Licht und Luft zu neuem Wachstum anregt.

Im Ergebnis zeigt sich dies durch satte grüne Rasenflächen.

Körpereinsatz oder Motorkraft?

Handvertikutierer im Stecksystem oder als Komplettgerät mit festem Stiel, hier sitzen kleine Messer mit einem geringen Abstand auf dem Gerät.Beim Handvertikutieren zerschneiden die Klingen des Messers  den Filz und schlitzen die Bodenoberfläche nebenbei an. Die Verwendung eines Hanvertikutieres  ist  nur etwas für sehr kleine Rasenflächen.

Elektro- oder benzinmotorgetriebenen Vertikutierer - bei diesen Modellen arbeiten rotierende, scharfe Messer entlang einer Welle, die vom Motor angetrieben wird. Die kräftezehrende Arbeit erledigt der Motor und dies in einer Breite, die Sie auch größere Flächen zügig bearbeiten lassen.

Rasenlüfter am Rasenmäher:

Spezialtechniken sind Rasenlüfter oder Federn, die auf einem Balken sitzen. Dieser wird gegen das Rasenmähermesser ausgetauscht. Beim Laufen des Rasenmähers harken die Federn auf einer Kreisbahn durch den Boden.

Die eigentlichen Rasenlüfter oder Moosrupfer sind spezielle, sehr elastische Federzinken, die das Moos auskämmen, ohne in den Boden einzudringen. Meist arbeiten sie auf einer Walze vor dem Rasenmäher her.

Der Antrieb der Moosrupferwelle geschieht über einen Keilriemen, der vom Rasenmähermotor angetrieben wird. Der Luftstrom des des Messers transportiert dann nach dem Schnitt das ausgekämmte Moos zusammen mit dem Schnittgut in den Fangkorb. Rasenlüfter sind auch als Einzelgerät zu erwerben. Diese Geräte benötigen zum Antrieb nur geringe Motorleistungen, was sich in einem geringeren Anschaffungspreis bemerkbar macht.

Technik der Vertikutierer:

Als Antrieb reiner Vertikutierer werden meist Elektromotoren und Verbrennungsmotoren eingesetzt. Die Welle lässt sich in Schritten oder aber stufenlos verstellen, um die Tiefe der Messer zu kontrollieren.

Elektromotor oder Benzinmotor?

Kleinere, zusammenhängende Flächen in der Nähe einer Steckdose sind der Einsatzbereich für die Elektrovertikutierer. Diese sind kostengünstiger als Benzinvertikutierer. Großen Flächen sind das bevorzugte Einsatzgebiet der Benziners. Die Benzinmotoren liefern ein Mehrfaches an Kraft und Leistung.

Einige Vertikutierer haben einen Fangkorb, in dem der Rasenfilz direkt aufgenommen wird. Die schmalen Messer können aber keinen allzu großen Luftstrom erzeugen, welcher nötig ist, um den Abraum effektiv zum Korb zu fördern. Deshalb muss oft noch einmal mit Harke oder Laubrechen oder mit dem Rasenmäher selbst nachgearbeitet werden, um allen Filz aufzunehmen.

Die Vertikutierermesser schneiden neben dem Filz auch die Bodenoberfläche an. Die Messereindringtiefe darf nur wenige Millimeter betragen. Denn ein tieferer Schnitt schädigt die Rasenpflanze, kostet unnötig Energie und macht die Messer schneller stumpf.

Elektromotoren überhitzen sehr schnell, was dazu führt, das der eingebaute Sicherheitsschalter auslöst und den Vertikutierer so lange stilllegt, bis sich der Motor abgekühlt hat.

Aus diesem Grund überprüfen Sie bitte nach den ersten Metern die  Messereindringtiefe und korrigieren diese möglicherweise. Das Einschneiden in den Boden ist wichtig, da damit die verschlammte Erdoberfläche aufgebrochen wird, was einen besseren Wasserabtransport garantiert.  Der Rasen wird durch den Schnitt des Vertikutiermessers zu erneutem Wachstum auch in die Breite angeregt. Dies ist entscheidend dafür, dass Moose und Unkräuter verdrängt werden und sich der gewünschte grüne Rasenteppich bildet.

Vertikutierzeitpunkt:

Vertikutieren im Frühling: ist der wichtigste Zeitraum zum Vertikutieren. Der Boden darf nicht zu nass sein. Das Gras sollte bereits gut erkennbar wachsen und trocken sein. Vertikutieren lässt sich auch noch nach den ersten Rasenschnitten.

Vertikutieren im Herbst: um den Rasen auch im Winter saftig und gesund aussehen zu lassen, empfiehlt sich ein weiterer Vertikutiergang im Herbst, spätestens Anfang Oktober. Ein wenig Dünger sollte danach aufgebracht werden. 

 

Arbeitsschritte:

Der Rasen ist erst einmal kurz zu mähen. Dann wird der Vertikutierer eingesetzt. Das Vertikutiergut wird zusammengehakt und entsorgt. 

Danach wird noch einmal vertikutiert, diesmal quer zum ersten Durchgang. Auch das dabei herausgelöste Gut wird wieder entfernt.

Damit ist der Vertikutiervorgang abgeschlossen. Wenn Sie Ihrem  Rasen zusätzlich etwas Gutes tun möchten,  bringen Sie nun noch Dünger und wenn nötig frische Rasensamen auf.

Nachsaat und Düngen:

Durch das verwenden eines Streuwagens wird die erforderliche Mengen gleichmäßig und genau ausgebracht und sorgt für ein perfektes gleichmäßiges Grün. Gedüngt wird mit einem stark stickstoffbetonten Langzeitdünger oder mit einem speziellen Rasendünger. In vielen Gartencentern kann eine kostengünstige, zum Teil auch kostenlose Bodenanalyse von Ihrem mitgebrachten Boden gemacht werden. Mit der Analyse kann der Dünger genau auf die Bedürfnisse des Bodens abgestimmt werden kann. 

Der bearbeitete Boden sollte gründlich feucht gehalten werden.

Die eigentlichen Ursachen für Moose:

Es gibt eine Reihe von Ursachen für Moose im Rasen, die im Zusammenhang mit dem jeweiligen Bodenuntergrund oder beschatteten Flächen stehen und die Moosbildung deutlich verstärken.

Wenn diese Ursachen zum Tragen kommen, nützt das sorgfältigste und aufwendigste Vertikutieren nichts. Eine konsequente Rasenpflege ist erforderlich – im Zweifel sogar eine Neuanlage des Rasens mit vorheriger Aufbereitung des Untergrundes. 

Die Ursache von Moosen ist ein Überschuss an Wasser, welches nicht schnell genug von der Oberfläche abgeführt wird, oder nicht versickern oder verdunsten kann.

In leichten Fällen hilft grobkörniger Sand, der gleichmäßig auf der Rasenfläche in einer dünnen Schicht aufgetragen wird. Bei Bedarf kann die Anwendung mehrfach wiederholt werden. Der Sand verschwindet nach einiger Zeit, sorgt aber im Boden für eine effektive Drainagewirkung. Auch Wind und Sonne sorgen für ein schnelleres Abtrocknen von Niederschlägen. Dazu muss manchmal nur ein zu großer Baum entastet oder eine zu hohe Hecke gestutzt werden. Damit der Wind und die Sonne seine/ihre Funktion als Trockner besser erfüllen kann. In schweren Fällen haben sich Oberflächendrainagen bewährt, die an Sickergruben oder an Regenwasserfallrohre angeschlossen werden.

Vertikutierer kaufen:

In Bezug auf Sicherheit, Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit aber auch Arbeitsergebnis einige Tipps zum Vertikutiererkauf:

Ein guter Vertikutierer sollte gut geschoben werden können, über große Räder, sowie auch über hochwertige Messer verfügen.

Auch die Reparatur- und Ersatzteilfrage muß in die Kaufüberlegungen einbezogen werden. 

Vertikutierer mieten:

Vom Fachhandel werden Vertikutierer zur Miete angeboten. Diese haben den Vorteil, dass es meistens stabile und gute Profigeräte sind. Denn beim Vermieten werden sie besonders beansprucht und die Preise fürs Mieten sind vergleichsweise niedrig.

 

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